Paws & Personality

Laufgedanken - Alles Leinenzombies...

Sandra Oliver Season 2 Episode 132

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 10:08

Du gibst Freilauf und plötzlich ist der Kopf weg, die Nase am Boden und der Rest des Hundes auf dem Weg Richtung Wild? Genau über diesen Moment sprechen wir heute und darüber, warum “mehr Freiheit” nicht automatisch mehr Lebensqualität bedeutet. Wir nehmen dich mit in unsere Laufgedanken und erklären anhand zweier sehr unterschiedlicher Hunde, wie stark Jagdtrieb, Erregung und Motivation bestimmen, welche Regeln auf dem Spaziergang überhaupt funktionieren. 

Wir erzählen, warum wir den Spaziergang bewusst starten: erst angeleint runterfahren, dann Freilauf nicht als Selbstbedienung, sondern als klar gerahmte Aufgabe. Ein zentraler Baustein ist ein definierter Radius um uns herum, in dem Schnüffeln, Markieren und Erkunden erlaubt ist, aber eben ohne kopfloses Wegballern. Du bekommst konkrete Ideen, wie Konsequenz aussieht, ohne hart zu werden, und warum ein Rückruf auch mit dem besten Futter scheitern kann, wenn Wild für deinen Hund Priorität Nummer eins ist. 

Zum Schluss gehen wir in eine Diskussion, die viele triggert: “Leinen-Zombie”. Wir sagen dir, warum gute Leinenführigkeit kein peinlicher Gehorsam ist, sondern Training für bessere Entscheidungen bei Hundebegegnungen und ganz nebenbei Schutz für deine Schulter, besonders mit großen Hunden. Wenn dich Hundetraining, Jagdtrieb, Rückruf, Freilauf und alltagstaugliche Impulskontrolle beschäftigen, wirst du hier viel zum Mitnehmen finden. Abonniere den Podcast, teile die Folge mit jemandem aus deiner Gassi-Runde und schreib uns eine Bewertung: Wie viel Freiheit bekommt dein Hund gerade und warum?

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„paws & personality®" ist ein Podcast von Sandra Oliver.

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Fotografie: Christiane Münchhausen | ...

Quick Intro And Running Thoughts

SPEAKER_00

Hallo und wieder ein paar Laufgedanken. Wenn ihr die Laufgedanken von letzter Woche gehört habt, dann passt das ihr ganz gut dazu. Denn auch hier wieder geht es so ein bisschen um Hunde, die gerne auch mal eine eigene Entscheidung treffen würden, zum Beispiel die Entscheidung, jagen zu gehen. Und da haben wir auch nochmal ganz große Unterschiede im Handling der verschiedenen Hundetypen. Und sehr plakativ und als Beispiel und natürlich nicht als pauschale Empfehlung für alle Hunde. Vielleicht einfach mal meine beiden, weil die darf ich auf einem Spaziergang sehr unterschiedlich behandeln. Während ich Pet sehr viele eigene Dinge tun lassen kann und auch möchte, weil er sowieso gedanklich viel zu viel bei mir und bei der Arbeit ist, muss Swift halt sehr viel in seinen Entscheidungen so ein bisschen eingeschränkt werden. Das heißt, der darf zum einen gar nicht so schnell eigene Dinge tun als Verbildlichung oder Verdeutlichung. Wenn ich loslaufe, wir starten zu Hause angeleint, dann kommen wir in ein Gebiet, wo ich eigentlich auch alle ableihen könnte. Ich leine aber ganz oft nur Pet ab, weil ich weiß, ja, ist egal, ist halt Pad. Swift bleibt noch eine ganze Weile angeleint, weil ich nicht möchte, dass er sofort die Orientierung aus dem Kopf verliert, sondern ich möchte, dass er erstmal ein bisschen wieder runterfährt. Denn der Start des Spaziergangs, wie ihr bereits gehört habt, ist ja eine große Aufregung für ihn, also für beide, aber er braucht halt länger, um runterzufahren. Und zum anderen möchte ich nicht, dass er ab Minute 1 des freien Spaziergens die eigenen Entscheidungen treffen kann, wegzuballern oder irgendwelche Fehler zu machen, ja, sich zu schnell zu weit zu entfernen. Tatsächlich ist das ein Thema einfach für jagende Hunde. Sondern ich möchte, dass er schon direkt ein kleines bisschen gehemmter in den Spaziergang startet, also bleibt er länger angeleiht. Und wenn ich ihn dann ableine, auch da darf er, ich überlege gerade kurz, ob ich lüge, wenn ich sage, nie, aber nehmen wir einen so gut wie nie, sofort losrennen. Sondern dann bekommt er erstmal die Anweisung, sich in einem bestimmten, also entweder direkt neben mir, je nachdem, wie aufgeregt er noch ist, oder in einem bestimmten Radius, um mich herum zu bewegen. Und er darf diesen Radius auch nicht verlassen, sonst gibt es direkt wieder die Leine dran als Konsequenz, weil ich möchte, dass er wirklich dann durchaus auch 10, 15 Minuten nicht kopflos durch die Gegend rennt, sondern da bleibt, auf mich achtet, mich im Hinterkopf hat. Und natürlich darf er da, während er so im Radius um mich herum ist, schnüffeln, pinkeln, seine Geschäfte erledigen, die Umwelt wahrnehmen, aber er darf halt nicht einfach überall hin. Warum? Weil es ihm natürlich viel leichter fällt, sich an meine Vorgaben zu halten, wenn ich Vorgaben mache, als wenn ich 50 Minuten mit ihm durch Wald und Feld und Flur gehe. Er darf die ganze Zeit machen, was er will, und dann irgendwann, wenn irgendwo wild kommt, rufe ich mal und hoffe, dass er kommt. Das funktioniert einfach nicht. Also so sind Hunde nicht gestrickt. Und tatsächlich funktioniert dann auch das genialste, geilste Rückrufleckerli bei ihm überhaupt nicht, weil das Wild bei ihm immer an aller aller erster Stelle steht. Im Gegensatz zum Border-Collie, bei dem die Arbeit an erster Stelle steht. Und das ist halt ein wichtiger Unterschied bei diesen beiden Hunden. Und ja, das so die Gedanken zu, wie viel Entscheidungsfreiheit kann ich meinem Hund geben. Ah, vielleicht auch da noch. Swift hole ich auch immer wieder zwischendrin. Also selbst wenn ich jetzt sage, okay, du hast das hier super gemacht, du bist im Nahbereich geblieben, bist nicht irgendwie ausgebrochen und mal eine Runde geflitzt. Also er rennt ja nicht weg. Aber es kann natürlich passieren, dass wenn er einen guten Swift-Tag hat, einen schlechten Sandra-Tag, dass er sagt, okay, jetzt bin ich hier zehn Meter, elf Meter, guckt sie gerade nicht. Wenn sie gerade nicht guckt, dann kann ich ja mal einen Rundrennen gehen. Er haut dann ja nicht ab. Er rennt wirklich eine Runde und er kommt wieder. Aber es soll das halt nicht. So, und dementsprechend gebe ich ihn halt manchmal zwischendrin frei, zur Belohnung für gutes Betragen und er ist da geblieben, wenn es denn passt und wenn wir die entsprechenden Stellen auch haben, wo das gut geht und ich gut alles überblicken kann. Aber ich hole ihn immer wieder auch ran. Also der Spaziergang ist sehr stark strukturiert und der darf auch immer wieder bei mir bleiben und sich halt nicht dafür entscheiden. Keine Ahnung, eine Runde von, ich kann diesen Durchmesser ja noch nicht mal benennen mit Metern, Swift-Metern zu rennen, sondern er darf sich halt dann an meine Vorgaben halten. Wenn er das gut macht, würde ich ihn gern belohnen, aber tatsächlich, ja, ich sage dann immer mal fein und so, ich weiß aber nicht, ob es ankommt. Und Futter würde er je nach Aufregungsgrad vielleicht gerade noch so nehmen, aber ganz oft fällt es ihm einfach wieder aus dem Maul und es ist ihm Schnuppe. Er sucht auch nicht dann danach. Sind wir eine ganze Weile unterwegs und er hat sich so die erste Energie abgelaufen, dann kann ich auch mal mit Futter so ein paar Tricks und Übungen machen und das findet er dann auch ganz witzig. Aber gerade am Anfang des Spaziergangs kann ich ihm damit nicht kommen. Also strukturiere ich sehr stark und bin dann auch ziemlich konsequent in dem: bleib jetzt mal da, baller mal nicht rum, reiß dich mal ein bisschen zusammen, mach die Dinge hier bei mir in der Nähe, die du machen möchtest, aber nicht in 300 Meter Entfernung. Das ist einfach zu weit. So, ja, und dementsprechend, das gilt halt für sehr viele Hunde, dürfen wir so ein bisschen schauen, wie viel Entscheidungsfreiheit können wir ihnen geben? Was machen sie daraus? Nutzen sie das aus? Ja oder nein? Oder ist es vielleicht sinnvoller, ein bisschen mehr Struktur reinzubringen und zu sagen, nee, nee, ich weiß ganz genau, wenn ich dir die Freiheit gebe, komplett frei zu entscheiden, was du hier tust, dann machst du zwischendrin echt Blödsinn. Und da geht es halt nicht nur ums Jagen, sondern auch, was weiß ich, zu anderen Hunden hinrennen und die anpöbeln oder belästigen oder nerven. Selbst wenn mein Hund ein tut nichts wäre, möchte ich ja trotzdem nicht, dass er einfach irgendwo hinrennt, sondern ich möchte das ja vorher abklären können, ob Kontakt überhaupt erwünscht ist oder nicht. Und dementsprechend hätte auch so einen Hund, der einfach immer und immer wieder frei entscheidet, ich gehe jetzt aber mal weg und gucke mir den anderen Hund an, egal was du sagst. Der hätte bei mir zum Beispiel auch viel weniger Spielraum. Und ob ich das jetzt über eine Leine löse oder über eine unsichtbare Leine, das ist natürlich dann, also unsichtbare Leine im Sinne von, ich sage dem Hund, er soll da bleiben. Das ist ja dann wieder ein persönliches Ding und abhängig vom Hund und abhängig vom Menschen. Und ja, da gibt es jetzt hier auch keine pauschalen Tipps. Passend dazu hatte auch letztens Wind und Wolf, Svenja, genau. Svenja, ein Real, beziehungsweise auch ziemlich viel Diskussionen auf ihrem Account über ihre Leinen-Zombies, weil ihre Hunde so ordentlich an der Leine laufen müssen, an manchen Stellen und Gebieten. Und das ist halt genau dieser Punkt. Möchte ich meinem Hund die Freiheit geben, zu sagen, okay, mach halt an der Leine, was du willst, zieh mich durch die Gegend, dann kann ich halt nicht erwarten, dass wenn dieser Hund eigene Ideen hat und diese Ideen auch gerne umsetzt, dass er dann im anderen Moment sagt, ja, okay, ich darf zwar an der Leine ziehen, wie eine kleine Wildsau, aber wenn ich da hinten den anpöbeln möchte und du sagst, nö, dann lasse ich das. Es mag Hunde geben, auch da kommt es wieder so ein bisschen drauf an, natürlich, es mag Hunde geben, die dann bei Hundesichtungen sagen, ja, nee, ist okay, interessiert mich nicht und ich ziehe dran vorbei oder was auch immer. Aber wenn ich meine Hunde kenne und genau weiß, sie können damit nicht umgehen. Und wenn ich ein bisschen mehr darauf achte, dass sie auch an der Leine Binnen zeigen, dann funktioniert der Rest auch plötzlich super duper gut. Ja, warum denn nicht? Und wenn dann die Leute das gerne mit Laienzombies betiteln möchten, dann ist es so. Ich selber möchte auch nicht, dass 34 Kilogramm Swift mir die Schulter ständig auszieht und auskugelt. Also auch der hat an der Leine so zu laufen, dass er halt nicht die ganze Zeit drin hängt. Und wenn das wiederum ein anderer Mensch mit Laienzombie bewerten möchte, dann ist es nicht mein Problem, sondern seins. Denn ich mag meine Schulter. So, und wenn ich einen kleinen Hund habe, zum Beispiel mit drei Kilo, sei es ein Mini-Rocky oder was auch immer, dann kann ich natürlich schön lachen, wenn der zieht und brauche mir keinen Kopf machen und kann den Großhundebesitzern sagen, was hast du für einen Laienzombie? Aber ja, ich glaube, die meisten Menschen, die sehr große, schwere Hunde führen, können es ganz gut nachvollziehen und ich bewundere jeden, der dann vielleicht sagt, ja, aber ich will keinen Laienzombie, ich lasse mich lieber ziehen. Und der das entspannt überlebt. Aber vielleicht sind das ja dann auch die Typen, also Svenja ärgere dich nicht, vielleicht sind das ja die Typen Mensch, die ihre großen Hunde einfach aus dem Auto ohne Leine springen lassen, dann machen die eine Stunde lang, was die wollen. Also auch anderen Menschen und Hunden auf den Keks gehen und dann geht es wieder nach Hause. Dann hat man auch keinen Laienzombie, ne? Weil man hat gar nicht erst eine Leine. Es gibt dann ja auch immer noch die Menschen, die gar keine Leine dabei haben. Auch da kein Leine-Zombie. Und bevor jetzt der nächste Aufschrei kommt, ja, natürlich, es gibt auch Menschen, die haben keine Leine dabei, aber der Hund hört so gut, dass sie keine Leine brauchen. Davon reden wir jetzt einfach mal nicht, okay? So, ja, also, das waren wieder einfach nur so ein paar Gedanken. Ohne Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit, sondern das, was manchmal in meinem Wirrenkopf so um sich geht, habt eine gute Zeit und bis bald.

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